Teil 2 der Personalmarketing-Serie: Von WhatsApp zum Influencer Marketing

Was machen die Arbeitgeber im Gesundheitswesen, um Personal zu gewinnen? Welche kreativen und innovativen Kampagnen lassen sich Kommunikatoren einfallen? In der letzten Woche habe ich eine Beitragsreihe begonnen, die sich Personalmarketing-Kampagnen im Sozial- und Gesundheitswesen widmet. Den Impuls für den nächsten Beitrag habe ich von Henner Knabenreich bekommen. In seinem neuesten Podcast sprach Henner mit Maja Roedenbeck Schäfer, Autorin des Buches “Recruiting to go für Sozial- und Pflegeeinrichtungen“.

“Da sein”

Als Pionierin für den Einsatz von WhatsApp in der Berufsberatung und mit der Seite »Soziale Berufe kann nicht jeder« hat Maja Roedenbeck Schäfer das Personalmarketing der Diakonie auf ein neues Level gehoben. Die Kampagne ist mittlerweile im Karriereauftritt der Diakonie integriert. Lediglich der Blog findet sich noch unter blog.soziale-berufe.com. Im Gespräch mit Henner gibt sie tiefere Einblicke in ihre Motivation, Arbeitsweise und Erfahrungen mit unterschiedlichen Kanälen und Aktivitäten, wie eben bei WhatsApp oder auch im Active Sourcing mit Talentwunder. Besonders hängen geblieben ist mir ein Zitat, dass Sie auch im Interview mit meiner geschätzten Kollegin Anne Engelshowe im »Salon der Guten« gesagt hat.

Bei XING und LinkedIn sind 2017 im Vergleich zu 2014 unglaublich viel mehr Pflegefachkräfte unterwegs

Ganz aktuell zeigt die Diakonie wie Influencer Marketing funktionieren kann. Der Rapper und YouTuber Maxim Noise (über 100.000 Abonnenten) hat ein Video in diakonischen Einrichtungen für Kinder und Senioren gedreht. Unter dem Titel »Da sein« will er für die Arbeit im Sozialbereich sensibilisieren, “weil dieses Thema früher oder später jeden von uns betrifft.”

“Hier bin ich werT!”

Wo ich gerade Anne Engelshowe erwähnt habe, blicken wir doch mal auf die Personalmarketing-Kampagne von CareFlex, ein Personaldienstleister im Verbund der Evangelischen Stiftung Alsterdorf. Auf der Landing Page im Format eines OnePagers steht das Thema Wertschätzung im Vordergrund. Testimonials aus unterschiedlichen Bereichen berichten in kurzen Videos ohne Drehbuch und Schnick-Schnack wie es ist, bei Careflex zu arbeiten. Begleitet wird/wurde die Kampagne mit einem Mix aus On- und Offlinewerbung bei Google, auf Messen oder mit der Plakatierung im Nahverkehr von Hamburg und Kiel.

Screenshot von https://jobs.careflex.de/hier-bin-ich-wert/

“Pflege zeigt Charakter”

Bleiben wir im hohen Norden und schauen auf eine Kampagne des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) mit den Standorten Kiel und Lübeck. Auf der Microsite pflegezeigtcharakter.de finden interessierte Besucher Informationen zu den unterschiedlichen Fachbereichen in der Pflege, zu den Stärken des UKSH und zu den beiden Standorten. Drei »Charakterköpfe« berichten in Videos über ihre Arbeit und Motive und lassen auch einen privaten Blick zu. Ein Kurzbewerbungsformular und die direkten Kontaktmöglichkeiten runden die Seite ab. Was auch hier wieder auffällt ist, dass von der Karrieresseite, obwohl der Claim in der Navigation auftaucht, kein direkt auffindbarer Link auf die Kampagnenseite führt. Immerhin sind dort die Videos zu finden, die seit Juli 2017 über 5.500 mal (Stand: 19.10.2017) angeschaut wurden. Diese durchaus respektable Zahl ist sicherlich unter anderem durch den Facebook-Kanal des UKSH sowie durch Werbung auf YouTube und Google erklärbar.

Screenshot Google Suche

“Berufswelt-Schnuppern per WhatsApp”

Der mittlerweile hochdekorierte Marc Raschke, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit im Krankenhaus Porz am Rhein, hat mit einer WhatsApp-Aktionswoche zur Berufsorientierung im März 2017 den Nerv der Zeit getroffen. 220 Teilnehmer waren live etwa im OP und dem Kreißsaal dabei und erlebten in der Gruppe sogar den ersten Schrei eines Neugeborenen als Audio-Datei. Aus der bundesweiten Aufmerksamkeit und der positiven Presse folgten ein Platz auf der Shortlist des Personalmarketing Innovation Awards und sogar der Gewinn des Personalmanagement Awards 2017. Im Juni berichtete Marc auch beim Care Camp Köln von der erfolgreichen Aktion.

Mit diesen vier Beispielen endet der zweite Teil meiner Sammlung zu verschiedenen Personalmarketing-Aktionen im Sozial- und Gesundheitswesen. Nach meinem ersten Beitrag gab es bereits Reaktionen, die auf weitere Kampagnen hingewiesen haben. Insofern freue ich mich über alle Anregungen und Tipps hier in den Kommentaren oder auf meinen Social Media Kanälen.

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