Teil 3 der Personalmarketing-Serie: Microsites nehmen zu

Weiter geht es mit dem dritten Teil der Artikel-Serie zu Personalmarketing-Aktivitäten im Sozial- und Gesundheitswesen. Viele der Kampagnen, die ich bisher skizziert habe, landen auf einer so genannten Microsite. In diesem Zusammenhang schwirren auch Begriffe wie Landing Page oder One-Pager durch die Beiträge. Zeit für einen kurzen Exkurs.

Microsite, Landing Page und One-Pager

Wie so oft sind Begrifflichkeiten nicht immer trennscharf, dennoch versuche ich hier kurz eine Annäherung.


Microsite

Eigenschaften:

  • abgespeckte Website, die als Ergänzung zum größeren Internetauftritt betrieben wird
  • mit wenigen Unterseiten und geringer Navigationstiefe
  • eigene Domain oder eine Subdomain
  • optisch und inhaltlich weitestgehend unabhängig
  • häufig im Rahmen einer Kampagne erstellt

Beispiele:


Landing Page

Eigenschaften:

  • einzelne Seite, immer mit Call To Action
  • oft auf der Domain des Haupauftritts verortet
  • in der Regel keine weiterführenden Links und Inhalte

Beispiel:


One-Pager

Eigenschaften:

  • Spezielle Darstellungsform einer Website
  • alle Inhalte werden auf einer Seite dargestellt
  • Navigation erfolgt durch Scrollen oder Sprungmarken auf der Seite
  • eine Microsite kann als One-Pager aufgebaut sein

Beispiele:


Es gibt auch Definitionen, die sagen, dass eine Microsite eine spezielle Landing Page ist. Bei den bisher beschrieben Kampagnen ist häufig zu beobachten, dass sich die Microsites stark von Corporate Sites abheben, da diese technisch und optisch häufig nicht auf dem neuesten Stand und nicht mobiltauglich sind.

Quellen:

“Du wirst wachsen”

Anfang des Jahres 2017 hat das Universitätsklinikum Heidelberg die Pflege-Kampagne »Du wirst wachsen.« gestartet. Der gesamte Claim lautet »Du wirst wachsen. Vielfalt Pflege. Seit 1561.» Die dazugehörige Microsite ist als One-Pager angelegt und informiert über das “vielfältige Aufgabenspektrum der universitären Spitzenmedizin”. Pflegeexperten, die auch auf allen Werbemittel abgebildet sind, geben mit kurzen Statements Auskunft über die Vorteile des Universitätsklinikums. Weitere Punkte auf der Seite widmen sich den Möglichkeiten zur Weiterbildung, der Stadt Heidelberg, “eine der lebenswertesten Städte Deutschlands”, sowie den Rahmenbedingungen und der Zukunft am Universitätsklinikum. Der Call-to-action führt direkt auf die Jobbörse des angeschlossenen Bewerbermanagementsystems (BMS), wo die Kampagnenmotive (Arbeitsszenen sind als Texturen auf die Körper der Protagonisten gelegt) und der Claim als Header auf den Stellenanzeigen der Pflege erscheinen. Interessanterweise ist an das BMS kein Bewerbungsformular angedockt. Die Bewerbung ist per E-Mail oder Post möglich. Von der nicht mobil-optimierten Klinik-Website führt ein großes Banner direkt auf die Microsite, allerdings nicht von der Karriereseite.

Begleitet wurde die Kampagne mit zahlreichen Werbemitteln wie Poster, Flyer, Fahnen, Roll-Ups oder Auto-Aufkleber und unterschiedlichen Aktionen wie Sport-Events oder Messestände, die auch auf dem Facebook-Kanal beworben werden. Im Klinikticker, dem Online-Mitarbeitermagazin, ruft die Unternehmenskommunikation die Beschäftigten zum Mitmachen auf und blickt auf die weiteren geplanten Aktivitäten. Am 25.10. ist das erste Video auf YouTube erschienen, das allerdings noch nicht auf der Microsite eingebunden ist (Stand: 02.11.2017). Zwei der insgesamt fünf Protagonisten kommen hier zu Wort und lassen auch einen kurzen privaten Blick auf die Freizeitmöglichkeiten rund um Heidelberg zu.

“Sie liegen uns am Herzen”

Seit kurzem wirbt auch die Schüchtermann-Klinik aus Bad Rothenfelde in Niedersachsen auf der Seite job-mit-herz.de vor allem um Pflegefachpersonen. Hinter den aufgeführten Mitarbeitervorteilen eines der größten Herzzentren Deutschlands steht jeweils ein Testimonial aus der Pflege. Mal mit, mal ohne Video. Es fällt auf, dass auf der Startseite und jeder (Unter-)Seite der vier Navigationspunkte Schüchtermann-Klinik, Mitarbeitervorteile, Stellenangebote und Herzensangelegenheit ein Modul zur Schnellbewerbung eingebaut ist. Leider ist die Microsite weder von der zentralen Internetseite noch der Karriereseite verlinkt. Das Karrieresportal befindet sich zudem auf einer kryptischen Domain, wo wahrscheinlich ein Bewerbermanagementsystem hinter steckt. Zum diesem Thema empfehle ich einen Blick auf die aktuelle Wollmilchsau Online Recruiting Studie, die Henner Knabenreich treffend zusammengefasst hat. Wer noch mehr über die Kampagne der Schüchtermann-Klinik lesen möchte, der sollte bei Martin Schleicher (@gesundheitswirt) weiterlesen.

Screenshot von https://www.job-mit-herz.de/

“Mitreißend menschlich”

Die Aktivitäten der Diakonie waren schon im zweiten Teil der Personalmarketing-Serie Thema. Als nächstes gucken wir auf die Employer Branding Kampagne der Diakonie Düsseldorf. Im Juli 2017 ist der neue Arbeitgerberauftritt unter perspektive.diakonie-duesseldorf.de live gegangen. Unter dem Claim »Mitreißend menschlich« werden dort sechs Arbeitsfelder und Akteure im Sozial- und Gesundheitswesen etwa als Farbkleckszauberer, Alltagsverschönerin oder Herzlichkeitsexperte vorgestellt. Die optisch ansprechenden Kacheln auf der Karriereseite führen zu den unterschiedlichen Feldern, wo insgesamt vier Videos hinterlegt sind. Besonders wird die sinnstiftende Tätigkeit der Aufgaben herausgearbeitet. Sicherlich ein gutes Argument für die Branche trotz aller Widrigkeiten. Unter dem Menupunkt “Bewerben” sticht hervor, dass der Bewerbungsprozess transparent mit einer Timeline abgebildet wird. Die zuständigen Ansprechpartnerinnen aus dem Bewerbermanagement werden freundlich und nahbar abgebildet. Der Button “Unsere freie Stellen” wandert zudem auf der responsiven Seiten immer mit. Weitere Hintergründe zur Kampagne und welche Kanäle genutzt werden, könnt ihr im Interview mit der Personalleiterin Katja Quakatz bei Gero Hesse auf saatkorn.com nachlesen.

Screenshot von http://perspektive.diakonie-duesseldorf.de/

“Wir pflegen, weil es Freude macht”

Ganz frisch reingekommen ist die Personalkampagne des Pflegeheimbetreibers Cura und Maternus. Wie schon bei Agaplesion soll auch hier das Positive des Pflegeberufs gezeigt werden. Der Quasi-One-Pager unter wirpflegenfreude.de mit integriertem Video widmet sich ganz dem Thema Freude. Verschiedene Akteure erzählen von »Momenten der Freude« und warum es ihnen Freude macht, zu pflegen. »Aktionen, die Freude machen« stehen beispielhaft für die täglichen Erlebnisse, die den Beruf so sinnstiftend erscheinen lassen. Abgerundet wird die Kampagne mit einem Aufruf an die eigenen Beschäftigten, sich am »Wettbewerb, der Freude macht«, zu beteiligen. Auch hier gibt es am Ende der Seite wieder ein Kurzbewerbungsformular, um den Zugang möglichst niedrigschwellig zu halten.

Screenshot von http://www.wirpflegenfreude.de

Das war bereits der dritte Teil meiner Sammlung zu verschiedenen Personalmarketing-Aktionen im Sozial- und Gesundheitswesen. Welche kennt ihr noch? Was fällt euch auf? Ich freue ich mich weiterhin über alle Anregungen und Tipps hier in den Kommentaren oder auf meinen Social Media Kanälen.

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